Prüfmethode
Hochspannung DC

Die Hochspannungsprüfung DC (Gleichspannungsprüfung) dient der Überprüfung der elektrischen Isolationsfestigkeit und Spannungsfestigkeit von Luft‑ und Kriechstrecken an elektrischen Bauteilen, Baugruppen, Maschinen, Geräten und kompletten Systemen. Sie wird gemäß einer Vielzahl nationaler und internationaler Normen und Vorschriften durchgeführt und stellt sicher, dass die geprüften Komponenten den geforderten Sicherheitsanforderungen standhalten.

Die Hochspannungsprüfung mit Gleichspannung kann, sofern die jeweilige Norm dies zulässt, als Alternative zur Hochspannungsprüfung mit Wechselspannung eingesetzt werden. In diesem Fall ist die anzulegende Prüfspannung in der Regel etwa um den Faktor 1,5 höher als bei der AC‑Prüfung. Die Bewertung kann dabei entweder anhand eines maximal zulässigen Prüfstroms oder anhand eines minimalen Isolationswiderstands erfolgen.
Die erforderliche Höhe der Prüfspannung, die Dauer der Prüfung, die Art der Prüfung sowie der maximal zulässige Ableitstrom sind in den entsprechenden Normen eindeutig festgelegt.

Wird die Hochspannungsprüfung mit Gleichspannung durchgeführt, ergibt sich der Vorteil, dass – ähnlich wie bei der Isolationswiderstandsprüfung – nach der Aufladephase der im Prüfling vorhandenen Kapazitäten im Wesentlichen nur noch der ohmsche Isolationswiderstand wirksam ist. Der kapazitive Stromanteil klingt nach dieser Aufladezeit ab und beeinflusst die Messung nicht mehr dauerhaft.
1. Hochspannungsprüfung mit Fokus auf Überstrom und Durchschlag
Der klassische Zweck der Hochspannungsprüfung besteht darin, die Spannungsfestigkeit der Isolation zu überprüfen und gefährliche Fehler wie Durchschläge oder unzulässig hohe Ableitströme zu erkennen. In dieser Betrachtung wird nicht der exakte Isolationswiderstand bestimmt, sondern ausschließlich überwacht, ob der fließende Prüfstrom unterhalb eines festgelegten Grenzwertes bleibt.
Bei jeder Hochspannungsprüfung darf der Prüfstrom einen definierten Maximalwert nicht überschreiten. Wird dieser Grenzwert überschritten, erfolgt aus Sicherheitsgründen eine automatische und schnelle Abschaltung der Prüfspannung. Diese Art der Bewertung ist typisch für Hochspannungsprüfungen und dient primär dem Nachweis der elektrischen Sicherheit.
Zusätzlich kann ein Mindeststrom vorgegeben werden. Dies ist insbesondere bei Prüflingen mit nennenswerten kapazitiven Anteilen sinnvoll. Sobald ein Mindeststrom gemessen wird, ist sichergestellt, dass der Prüfling tatsächlich unter Hochspannung steht. Bei der DC‑Hochspannungsprüfung wird beim Einschalten der Prüfspannung die Kapazität des Prüflings kurzzeitig aufgeladen. Der dabei entstehende Ladestromstoß kann zur Erkennung und Überwachung dieses Mindeststroms genutzt werden.
2. Zusätzliche Bestimmung des Isolationswiderstands unter Hochspannung
Wird über die reine Überstrom- und Durchschlagserkennung hinaus der Isolationswiderstand bestimmt, müssen zusätzliche zeitabhängige Effekte berücksichtigt werden. Nach dem Anlegen der DC‑Hochspannung treten oft Phänomene wie dielektrische Absorption, Polarisationsvorgänge sowie Effekte auf, wie sie beispielsweise bei der Bestimmung von DAR (Dielectric Absorption Ratio) oder PI (Polarization Index) bekannt sind.
Diese Effekte führen dazu, dass der gemessene Strom beziehungsweise der berechnete Isolationswiderstand zeitabhängig ist und sich erst nach einer gewissen Wartezeit stabilisiert. Um den Isolationswiderstand möglichst genau zu bestimmen, müssen diese transienten Effekte vollständig oder weitgehend abgeklungen sein. Erst dann repräsentiert der gemessene Strom im Wesentlichen den tatsächlichen ohmschen Leckstrom durch die Isolation.
In diesem erweiterten Prüfansatz kombiniert die Hochspannungsprüfung somit zwei Aspekte: Zum einen die sicherheitsrelevante Bewertung hinsichtlich Überstrom und Durchschlag, zum anderen – bei ausreichender Messdauer und geeigneter Auswertung – die qualitative und quantitative Beurteilung des Isolationszustands über den ermittelten Isolationswiderstand.
Hochspannungsprüfpistolen: an mehreren Prüfpunkte manuell prüfen
Matrizen: an mehreren Prüfpunkte automatisch prüfen

Das Bild zeigt eine einfache Umschaltlösung, mit der verschiedene Prüfpunkte gegen einen zentralen Bezugspunkt, beispielsweise den Schutzleiter (PE), geprüft werden können.

Das Bild zeigt eine Zweileiter‑Matrix zur automatischen Prüfung sämtlicher Prüfpunktekombinationen nach dem Prinzip „jeder gegen jeden“.
Entladung nach der DC‑Hochspannungsprüfung
Bei der Hochspannungsprüfung mit Gleichspannung wird die im Prüfling vorhandene Kapazität während der Prüfung aufgeladen. Nach dem Abschalten der Prüfspannung bleibt diese Ladung zunächst erhalten, sodass am Prüfling weiterhin eine gefährliche Restspannung anliegen kann. Dadurch besteht eine akute Berührungsgefahr für Personen und ein Risiko für nachfolgende Arbeitsschritte.
Aus diesem Grund ist es zwingend erforderlich, den Prüfling nach Abschluss der DC‑Hochspannungsprüfung kontrolliert zu entladen. Moderne Hochspannungsprüfgeräte verfügen hierzu über integrierte Entladeeinrichtungen, die den Prüfling automatisch und sicher auf ein ungefährliches Spannungsniveau entladen. Erst nach vollständiger Entladung darf der Prüfling berührt oder weiterverarbeitet werden.
Eine zuverlässige und überwachte Entladung ist somit ein wesentlicher Bestandteil der DC‑Hochspannungsprüfung und unverzichtbar für die Sicherheit von Bedienpersonal und Prüfumgebung.
Welche Produkte liefert SCHLEICH ?
- Einzelprüfgeräte
- Kombinationsprüfgeräte (Kombination mit weiteren Sicherheits- oder auch Funktionsprüfungen)
- Manuelle Prüfung mittels Prüfsonden
- Vollautomatisch ablaufende Prüfungen
- Matrix mit bis zu 500 Klemmen und vollautomatischer Umschaltung
- Prüfgeräte mit automatischer Rampe
- Prüfgeräte bis 100 KV AC
- Prüfgeräte bis 100 KV DC
- DC-Hochspannungsmodule
- Prüfpistolen
- Prüfgeräte verschiedener Geräteklassen
Normengremien

Aus rechtlichen Gründen können können wir in vielen Fällen keine verbindliche Aussage über die Prüfbedingungen machen. Maßgeblich für die Anwendung sind die aktuell gültigen Normen für Ihr zu prüfendes Produkt.
Die Norm kann, abhängig vom geografischen Einsatzort des Produkts, unterschiedlich sein. Weitere Informationen finden Sie unter anderem auch bei den unter aufgeführten Instituten.
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Prüfgeräte und Prüfsysteme
GLP1-g Hochspannungsprüfgeräte
18 Gerätevarianten
- AC 6 – 50 kV | 3 – 200 mA
- DC 4 – 10 kV | 6 – 20 mA
Ideal für
- Manuelle Prüfungen mit Hochspannungsprüfpistolen
- Prüfung in einer Prüfhaube, Prüfkabine
- Vollautomatische Prüfplätze
- OEMs, Anlagenbau
- Kommunikation mit PC, SPS, LabVIEW®
GLP2-BASIC Hochspannungsprüfgeräte
8 Gerätevarianten
- AC 6 kV | 3, 100 mA
- DC 6 kV | 6, 100 mA
- Isolation 1 kV, ≤10 GΩ
Ideal für
- Manuelle Prüfungen mit Hochspannungsprüfpistolen
- Prüfung in einer Prüfhaube, Prüfkabine
- Vollautomatische Prüfplätze
- OEMs, Anlagenbau
- Kommunikation mit PC, SPS, LabVIEW®, MES / ERP
- Feldbus z. B. PROFIBUS …
- Industrial Ethernet z. B. PROFINET, EtherCAT, EtherNet/IP, Modbus-TCP …
GLP2-MODULAR Hochspannungsprüfgeräte
- AC 6 – 100 kV, 3 – 5000 mA
- DC 4 – 100 kV, 6 – 1000 mA
- Isolation 1 – 10 kV, ≤500 GΩ
Ideal für
- Manuelle Prüfungen mit Hochspannungsprüfpistolen
- Prüfung in einer Prüfhaube, Prüfkabine
- Vollautomatische Prüfplätze
- OEMs, Anlagenbau
- Kommunikation mit PC, SPS, LabVIEW®, MES / ERP
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Elektromotorenprüfung - EOL, Serie und Labor
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– Elektronisches Typenschild
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