
Strom-UV-Imprägnieranlagen
Maßgeschneiderte Imprägnierlösungen für die Elektromotorenproduktion
Imprägnieranlagen von SCHLEICH ermöglichen die Aushärtung der gefertigten Statoren mit Isolierharz im UV-Strahlungsverfahren. Das Verfahren eignet sich für Wicklungssysteme aller Art. Es besteht im Wesentlichen aus dem computergesteuerten Aufheizen und dem anschließenden Einbringen und Aushärten des Tränkharzes.
Die Key-Facts:
- Erwärmung mit Gleichstrom und niederfrequentem Wechselstrom
- Imprägnieranlagen bis 100 kW, 1000 A, 1000 V
- Stromdichten bis 200 A/Bis 250 A/mm²
- Fünf verschiedene Verfahren zur Stromwärmeregelung
- Temperaturgeführte Erwärmung
- Temperaturgrafik während des Erwärmens
- Integrierte Vierleiterwiderstandsmessung
Das Stromwärme-UV-Tauchverfahren
Die Imprägnieranlagen sind so konzipiert, dass mehrere unabhängig voneinander ablaufende Imprägniervorgänge optimal gesteuert und die Vorgänge bedienerfreundlich am Bildschirm dargestellt werden.
Die aus konventionellem Kupferlackdraht hergestellten Wicklungen werden elektrisch auf die gewünschte Temperatur erwärmt und anschließend in Tränkharz getaucht. Dabei geliert das Imprägnierharz an der erwärmten Wicklung. Nach diesem Vorgang tropft das restliche Tränkharz ab. Der abschließende Aushärtungsprozess wird mit Hilfe von UV-Licht beschleunigt.

Der Imprägnierprozess gliedert sich in vier Phasen. Während der einzelnen Phasen, die automatisiert ablaufen, erfolgt eine kontinuierliche Bestromung der Wicklung. Der rechnergestützte Ablauf gewährleistet, dass die geforderten unterschiedlichen Temperaturen und Temperaturprofile zuverlässig eingehalten werden.
1. Aufheizphase
Die vorgegebene Temperatur wird durch kontrolliertes elektrisches Aufheizen der Wicklung erreicht.
2. Tränkphase
Das Einkomponenten-Tränkharz wird mittels integrierter Pumptechnik automatisch in die Wicklung eingefüllt. Füllmenge, Füllzeit und Tränktemperatur sind frei vorwählbar. Das Harz beginnt an der Wicklung zu gelieren.
Während der Tränkphase ist die permanent aktive Temperaturregelung besonders gefordert. Sie muss dafür sorgen, dass das kalte Harz die aufgeheizte Wicklung nicht zu stark abkühlt. Dazu arbeitet die Regelung mit einem speziellen, sehr effizienten Regelalgorithmus.
3. Abtropfphase
Nach dem Einbringen des Tränkharzes wird dieses wieder aus der Wicklung abgelassen. Die anschließende Abtropfzeit und die in dieser Phase erforderliche Temperatur sind frei wählbar. Während der Abtropfphase geliert das Tränkharz an der Wicklung. Überschüssiges Tränkharz läuft in den gekühlten Sammelbehälter zurück und wird für den nächsten Tränkvorgang verwendet.
4. UV-Aushärtephase
Am Ende des Abtropfprozesses wird die UV-Lampe zur Unterstützung des Aushärteprozesses eingeschaltet. Die in dieser Phase ablaufende UV-Aushärtezeit und die dazu notwendige Temperatur sind frei vorwählbar.
Als Systemlieferant liefern wir die komplette Imprägnieranlage. Diese beinhaltet die gesamte Mechanik, das Handling mit dem Tränkharz sowie die elektrische Beheizung und die UV-Aushärtung. Die Imprägnieranlagen werden individuell auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten. Erst die Kombination dieser optimal aufeinander abgestimmten Komponenten sichert Ihnen das bestmögliche Produktionsergebnis.
Neben dem Imprägnierprozess können auch Prüfungen in den Prozessablauf integriert werden. Hier sind insbesondere die Hochspannungsprüfung und die Stoßspannungsprüfung zu nennen. Grundsätzlich können alle Prüfungen des Wicklungsprüfsystems MTC3 in den Prozess integriert werden.
Neben dem Einsatz als Einzelarbeitsplatz eignen sich unsere Imprägnieranlagen natürlich auch für die Integration in vollautomatische Rundschalttische oder Fertigungslinien. Die Steuerung der Werkstückträger in einer Linie und der Datenaustausch mit einer SPS sind problemlos möglich.
Die Basisgeräte
Das SCHLEICH-Universalkonzept betrachtet das Imprägnieren als einen Arbeitsschritt in einer Kette von Prüfschritten.
Es ist wirtschaftlich nicht sinnvoll, eine fehlerhafte Wicklung zu imprägnieren. Deshalb werden häufig vor der elektrischen Erwärmung zusätzliche Prüfungen an der Wicklung durchgeführt. Auch nach dem Imprägnierprozess kann es sinnvoll sein, eine abschließende Prüfung durchzuführen.
Je nach Umfang der gewünschten Prüfungen wird als Basisgerät das Wicklungsprüfsystem MTC3 oder das Funktionsprüfsystem GLP3 eingesetzt. Die Softwarefunktionalität ist bei beiden Prüfgeräten identisch. Das MTC3 hat gegenüber dem GLP3 den zusätzlichen Vorteil, dass auch Stoßspannungs- und Teilentladungsprüfungen durchgeführt werden können. Die Konfiguration erfolgt individuell, so dass die Prüfmethoden und die Art der benötigten Stromwärme genau zu Ihrer Anwendung passen.
Für die Prüfung, die Prozesssteuerung der Stromwärme und die Speicherung der Erwärmungs-/Prüfpläne sowie der Ergebnisse setzen wir konsequent auf die Integration eines Industrie-PCs. Eine einfache und übersichtliche Bedienoberfläche macht es dem Bediener leicht, die Anlage zu bedienen.
Die Darstellungen während der Prüfung und der Stromerwärmung sind übersichtlich, nur die wichtigen Daten und Grafiken werden angezeigt.
Zahlreiche statistische Auswertungen unterstützen die Qualitätssicherung. Eine Vielzahl unterschiedlicher Druckprotokolle dient Ihrem Kunden als Nachweis der gelieferten Qualität.

Die Serienausstattung
Stromerwärmung
- Spannung, Strom und Leistung passend zu Ihrer Aufgabe
- Integriertes DC- oder AC-Leistungsmodul
- fünf Verfahren zur Regelung der Stromwärme
- Temperaturgeführte Erwärmung
- Kontinuierliche Temperaturermittlung während der Erwärmung
- Grafische Darstellung von Temperatur und Strom
- Integrierte Überstrom- und Schnellabschaltungen
- Werkzeugtemperaturüberwachung
- Sehr schnelle Messtechnik, 100 kSample, ideal für Kontaktiermonitoring
- Höchste Messgenauigkeit
- kWh-Energiezähler pro Erwärmungsvorgang
Prüfmethoden
Serienmäßig:
- Vierleiter-Widerstandsprüfung von μΩ bis 500 kΩ
- Überlagerte Widerstandsmessung während des Erwärmens
- Starttemperaturkompensation:
Raumtemperaturfühler
Infrarot-Pyrometer
Wärmebildkamera - Sichtprüfung
- Stoßspannungsprüfung bis 6 kV (nur MTC3)
- Hochspannungsprüfung DC (nur, falls als Basisgerät das MTC3 zum Einsatz kommt)
- Isolationswiderstandsprüfung (nur, falls als Basisgerät das MTC3 zum Einsatz kommt)
Optional:
- Teilentladungsprüfung mit Stoßspannung (nur, falls als Basisgerät das MTC3 zum Einsatz kommt)
- Hochspannungsprüfung AC bis 6 kV
- Teilentladungsprüfung mit Hochspannung AC
- Drehsinnprüfung des Drehfeldes
Funktion und Technik
-
Leistungsstarker Industrie-PC
-
SQL-Datenbank ohne Limits
- Übersichtliche Bildschirmdarstellung ohne Reizüberflutung
-
Microsoft® Windows-Betriebssystem
- Leistungsstarke Imprägnierplanbearbeitung
- Automatisches Logbuch und Verwaltung der Planhistorie
- Integrierte Plausibilitätskontrollen aller Parameter
-
Schnelle präzise Messtechnik
-
Enorme Konfigurationsmöglichkeiten
-
Skripteditor für maximale Flexibilität
- Prüfpläne und Prüfergebnisse sicher speichern
- Speichern aller Ergebnisse
-
Speicherung lokal oder im Netzwerk
- Überwachung der Schaltzyklen nach Industrie 4.0
- Fernwartung und Fernkalibrierung per Remote-Zugang
-
Zahlreiche Landessprachen
Kommunikation
- USB-Schnittstellen auf der Front- und Rückseite
- RS232- und LAN/Ethernet-Automatisierungsinterface
- Digitale I/O-Schnittstelle
- Ergebnisausgänge für i.O. und n.i.O.
- Schnittstellen für Barcodescanner und Etikettendrucker
- CAN-Bus
Optionale Automatisierungsschnittstellen:
- EtherCAT
- PROFIBUS
- PROFINET
- und mehr
Sicherheit
- 2-kanaliger Starteingang
- 2-kanalige Sicherheitseingänge nach EN 50191
- Integrierter Not-Aus und Anschluss für externen Not-Aus
- Anschlüsse für Warn- und Ergebnislampen
- Sicherheits- und Warnmeldungen
- Betriebsstunden- und Schaltzyklenzähler mit Wartungshinweisen
- Zykluszähler für Werkzeuge mit Wartungshinweisen
- Statusausgänge
Erwärmung von Wicklungen mit Stromwärme
Zur Erwärmung fließt Gleich- oder Wechselstrom durch die Wicklung. Die dabei am Wicklungswiderstand entstehende Verlustleistung wird in Wärme umgesetzt.
Um eine kurze Aufheizzeit zu erreichen, wird eine hohe Stromdichte angestrebt. Sie wird durch den Drahtquerschnitt und gegebenenfalls durch die Art der Kontaktierung begrenzt. Um Schäden zu vermeiden, dürfen Draht und Kontaktierung nicht überlastet werden.
Für die Stromerzeugung ist ein Leistungsmodul in der Erwärmungsanlage zuständig, das von der Software der Anlage gesteuert und geregelt wird.
Die sehr schnelle und hochgenaue Messtechnik der Anlage liefert hunderttausende von Strom- und Spannungsmesswerten pro Sekunde. Aus diesen Messwerten berechnet die Software unter anderem kontinuierlich die Wicklungstemperatur. Auf Basis der ermittelten Prozesswerte regelt die Software das Leistungsmodul nach unterschiedlichen Erwärmungsverfahren.
Verfahren mit konstanter Spannung
Dies ist das einfachste Verfahren. Die Spannung wird während des gesamten Erwärmungsvorgangs konstant gehalten. Der anfänglich fließende Strom wird immer kleiner, da der Kupferwiderstand der Wicklung mit steigender Temperatur zunimmt. Die der Wicklung zugeführte Wärmeenergie nimmt ab.
Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass die Temperatur relativ langsam ansteigt und somit eine gute und gleichmäßige Durchwärmung der Wicklung erfolgt. Die Temperaturdifferenz zwischen der Wicklung im Wickelkopf und der Wicklung in der Nut ist daher beim Erreichen der Verbackungstemperatur meist gering. Da die maximale Stromdichte jedoch nur zu Beginn der Erwärmung erreicht wird, wird die gewünschte Endtemperatur erst nach relativ langer Zeit erreicht.

Verfahren mit konstantem Strom
Bei diesem Verfahren wird der Strom während des gesamten Erwärmungsvorgangs konstant gehalten. Da der Kupferwiderstand der Wicklung mit steigender Temperatur zunimmt, ist dies nur durch eine vom Regler gesteuerte Spannungserhöhung möglich.
Im Vergleich zur konstanten Spannung wird die gewünschte Endtemperatur wesentlich schneller erreicht.

Verfahren bei erhöhten Anfangstemperaturen
Dieses Verfahren kann z. B. bei Reparaturarbeiten angewendet werden. In solchen Fällen ist die Wicklung oft noch sehr warm. Die Erwärmungsanlage ermittelt diese erhöhte Wicklungstemperatur und startet den Erwärmungsvorgang mit diesem Anfangswert.

Zusätzlich konstante Endtemperatur
Die Zeit, in der die Backlackschicht auf der Drahtoberfläche erweichen und eine Verbindung mit den benachbarten Drähten eingehen kann, ist bei sofortigem Abschalten bei Erreichen der Schmelztemperatur möglicherweise zu kurz. Dadurch kann es vorkommen, dass die Drähte in der Nut durch das umgebende Blechpaket etwas kühler bleiben als im Wickelkopf. Dies kann zu Qualitätseinbußen führen.
Der Konstantspannungs- bzw. Konstantstromverfahren kann daher auch so konfiguriert werden, dass bei Bedarf nach Erreichen der gewünschten Schmelztemperatur nicht sofort abgeschaltet wird, sondern die Temperatur noch einige Zeit konstant gehalten wird.
Dadurch verlängert sich die Zeit, in der die Backlackschicht auf der Drahtoberfläche homogen aufschmelzen und eine sichere Verbindung mit den benachbarten Drähten eingehen kann.

Verfahren mit Temperaturprofil
Dazu gibt der Einrichter das gewünschte Aufheizprofil in verschiedenen Zeitzonen vor. Für den Fall, dass das integrierte Leistungsmodul den Strom oder die Spannung nicht liefern kann, wird dies in einer vorgeschalteten Plausibilitätskontrolle überprüft und gegebenenfalls korrigiert.
Diese Vorgehensweise ist die Standardvorgehensweise bei einer Imprägnieranlage, die auch beim Verbacken zum Einsatz kommt.

Die Software
Die Software basiert auf dem Microsoft Windows® Betriebssystem. Die optimierte Benutzeroberfläche ermöglicht eine bedienerfreundliche Durchführung von
- Erwärmung mit Strom
- Prüfung
- Erstellung von Erwärmungs-/Prüfplänen
- Ausdruck von Prüfprotokollen
- Statistische Auswertung der Ergebnisse
Alle Erwärmungen und ggf. Prüfungen werden vollautomatisch durchgeführt. Die Messergebnisse werden während der Vorgänge kontinuierlich angezeigt und ausgewertet. Die eindeutige Gut/Schlecht-Anzeige visualisiert die automatische Bewertung.
Die Bearbeitung des Ablaufs erfolgt durch einfaches Hinzufügen oder Entfernen von Erwärmungs- und Prüfschritten. So kann der Ablauf optimal an unterschiedliche Anforderungen angepasst werden. Jeder einzelne Schritt kann durch Doppelklick schnell editiert werden.
Die umfangreiche integrierte Benutzerverwaltung stellt sicher, dass nur autorisierte Personen diese Änderungen vornehmen können. Zusätzliche Arbeitsanweisungen machen das Erwärmungssystem zu einem perfekten ISO 9001-konformen Produktionssystem.

Die Eingabe
Zur Bearbeitung von Erwärmung- und Prüfparameter genügt ein Mausklick auf den Arbeitsschritt, um Parameter zu ändern und Prüfungen anzupassen. Die Bedienung eines umständlichen Prüfplaneditors ist nicht erforderlich. Die Einstellungen werden jedem Bediener angezeigt, können aber nur von autorisierten Personen geändert werden. Alle Änderungen werden in der Historienverwaltung und im Logbuch gespeichert.
Die Daten
Erwärmungspläne und Ergebnisse speichert das System entweder lokal auf der Festplatte oder in einer SQL-Datenbank im Netzwerk. Wir empfehlen die Vernetzung der Prüfgeräte aufgrund der folgenden Vorteile:
- Alle Prüfgeräte im Netzwerk greifen auf eine gemeinsame Datenbank für Prüfpläne und Prüfergebnisse zu.
- Alle Prüfgeräte prüfen nach den gleichen Spezifikationen.
- Eine zentrale Datenbank für alle Prüfsysteme in einem globalen Netzwerk erleichtert es Ihnen, die Qualität Ihrer Produkte weltweit sicherzustellen. Unabhängig vom Standort.
- Gleichzeitig erhalten Sie von einem oder mehreren Standorten aus Einblick in alle Prüfergebnisse weltweit.
- Durch die einfache Anbindung an ERP-, PPS- oder CAQ-Systeme lassen sich die Prüfsysteme optimal in die Fabrikplanung und Fertigungssteuerung integrieren.
Die Statistik
Auf der Grundlage einer großen Anzahl von Prüfergebnissen können aussagekräftige Statistiken berechnet werden. Deshalb wurde bei der Entwicklung von GLP3 großer Wert auf eine sinnvolle und durchdachte Speicherung der Prüfergebnisse über einen langen Zeitraum gelegt. Frei konfigurierbare Suchfilter ermöglichen es jedem Benutzer, die für ihn relevanten Daten schnell und einfach in der Datenbank zu finden. Einzelauswertungen oder Zusammenfassungen der Prüfergebnisse über einen längeren, frei definierbaren Zeitraum mit anschließender statistischer Auswertung sind möglich.
Trenddarstellungen und Gauß’sche Verteilungen geben anschaulich Auskunft über den qualitativen Zustand der Produktion. Das GLP3 kann Ihre Daten auf Tages-, Wochen- und Monatsbasis speichern und auftrags- oder chargenbezogen auswerten und darstellen. Mit den integrierten, umfangreichen Exportfunktionen lassen sich Daten aus der Datenbank extrahieren, um sie in andere Datenbanken zu übernehmen oder im Excel®‑Format weiterzuverarbeiten. Damit haben Sie die Möglichkeit, zusätzlich eigene Auswertungen zu realisieren.
Die Datenbank kann auf Microsoft SQL® basieren.
Die Integration in ein Netzwerk
Erwärmungs- und Prüfpläne sowie Ergebnisse können lokal oder auf einem zentralen Server gespeichert werden. Dies gewährleistet eine hohe Datensicherheit und einen optimalen Datenaustausch zwischen verschiedenen Prüfsystemen.
Die Erwärmungsanlagen arbeiten optimal in allen Netzwerkinfrastrukturen. Diese Eigenschaft bietet die ideale Plattform zum Sammeln, Verwalten, Analysieren und Verteilen von Informationen.
Als Datenbank kommen bewährte und weit verbreitete Technologien von Microsoft® zum Einsatz.
Die Erwärmungsanlagen lassen sich auch ideal mit ERP-, PPS- und CAQ-Systemen vernetzen. Für alle Anforderungen bieten wir vielfach erprobte und kundenoptimierte Standardlösungen.

Netzwerkausfall

Jedes Prüfgerät speichert automatisch lokale Kopien der aktuellen Server-Prüfplandatenbank, um bei einem eventuellen Netzwerkausfall weiterarbeiten zu können.

Bei einem Netzwerkausfall werden die lokalen Prüfpläne verwendet und die Prüfergebnisse lokal auf dem Prüfgerät gespeichert.

Nach Wiederherstellung der Netzwerkverbindung überträgt das Prüfgerät die Prüfergebnisse automatisch zurück an den Server, so dass die Server-Datenbank wieder auf dem aktuellen Stand ist.
Das MTC3 im komplexen globalen Netzwerkverbund
Die auf Windows® basierenden Erwärmungsanlagen können in beliebig komplexen Netzwerktopologien betrieben werden. Sie können beliebig viele Prüfgeräte an verschiedenen Unternehmensstandorten weltweit installieren, die alle mit einer zentralen Server-Datenbank für Prüfpläne und Prüfergebnisse arbeiten. Unsere große Erfahrung in der globalen Vernetzung unserer Prüfgeräte gibt Ihnen die Sicherheit, unabhängig vom Produktionsstandort die gleiche Produktqualität anbieten zu können.
Selbstverständlich können alle Prüfplan-, Druck-, Etikettier- und Statistikarbeiten auch an den einzelnen Prüfgeräten durchgeführt werden. Um jedoch den Produktionsablauf nicht zu stören, bietet es sich bei vernetzten Systemen an, hierfür separate Workstations einzusetzen. Diese arbeiten mit der gleichen Software wie die Prüfgeräte, um einen möglichst hohen Bedienkomfort zu erreichen.
Die Etikettenlabels können auch zentral auf einem Server gespeichert werden. Das Prüfgerät lädt das entsprechende Label entsprechend dem jeweiligen Prüfplan und übergibt die Daten nach der Prüfung an einen Thermotransferdrucker. Die Etiketten können auch nach Ihren Wünschen gestaltet werden.
Im Falle einer Fernwartung (via Remote Access) können wir uns bei Bedarf temporär in Ihr Netzwerk einwählen und direkt auf das einzelne Prüfgerät schalten. Dabei sehen wir den Bildschirminhalt Ihres Prüfgerätes direkt bei uns vor Ort. Mit Ihrer Erlaubnis haben wir auch Zugriff auf Maus und Tastatur. Diese Arbeiten erfolgen selbstverständlich nur in Absprache mit Ihnen und bedürfen einer gesonderten Zugriffsfreigabe Ihrerseits.

Automatisierung
Vollautomatische Erwärmungsanlagen in der Produktion
Die Erwärmungsanlagen lassen sich hervorragend in die automatisierte Produktion integrieren. Gerade die Automatisierung ist aufgrund der Unternehmensstruktur eine besondere Stärke von SCHLEICH.
Automatisierung bedeutet neben Software, Elektronik und Anlagenbau auch Mechanik und Mechatronik. Diese Leistungen werden von der SCHLEICH Mechanikkonstruktion, unseren CNC-Bearbeitungszentren und der mechanischen Montage erbracht.
Integration in Ihre bestehende Automatisierung
Sie haben eine automatisierte Produktion und möchten die Erwärmungsanlage in Ihre Produktion integrieren. Dazu kann das Prüfgerät über Schnittstellen von einer SPS komplett ferngesteuert werden. Bei Bedarf können auch Prüfpläne und Prüfparameter auf das Prüfgerät übertragen werden. Die Rückmeldung der Prüfergebnisse erfolgt sowohl qualitativ als auch quantitativ.
Integration in ein SCHLEICH-Prüfsystem
Wir liefern Systeme bestehend aus der Erwärmungsanlage, der Kontaktierung und der kompletten mechanischen Automatisierung. Alles schlüsselfertig aus einer Hand. Alle Automatisierungskomponenten werden im Hause SCHLEICH entwickelt, konstruiert, gefertigt, montiert und in Betrieb genommen.
Häufig übernimmt die Erwärmungsanlage neben dem Verbacken auch die Ablaufsteuerung der Automatisierung. Bei höherem Automatisierungsgrad kommt alternativ eine SPS zum Einsatz. Wir gehen sehr kundenspezifisch auf die Wünsche und Anforderungen ein.
Das Ergebnis ist die exakt auf die Aufgabe zugeschnittene Lösung.

Der Datenaustausch in der Automatisierung
Die Erwärmungsanlagen sind ideal für die Integration in Automatisierungssysteme geeignet. Dazu bietet es eine enorme Vielfalt unterschiedlichster Schnittstellen zur Kommunikation mit den verschiedensten Automatisierungssystemen.
Typische Anforderungen sind:
- Steuerung kompletter Abläufe und Komponenten
– Verarbeitung von Eingängen, Signalgebern, Scannern, RFID-Lesern…
– Setzen von Ausgängen z. B. für Zylinder …
– Ansteuerung von Motoren und Antrieben … - Austauschen von Start-, Stopp- und Ergebnissignalen
- Direkte Kommunikation mit einer SPS-Steuerung
- Bidirektionale Kommunikation
– Empfangen von Prüfplänen und Prüfparametern
– Senden von qualitativen und quantitativen Prüfergebnissen
– Senden von Rohdaten - Kommunikation mit Robotern, Kameras …
Diese Aufgaben erfüllen unsere konfigurierbaren Standard-Softwaremodule, die den Aufwand für die Integration des MTC3 in Automatisierungssysteme auf ein Minimum reduzieren.

Der Datenaustausch mit IT-Systemen
Der Datenaustausch zwischen Erwärmungsanlagen und anderen IT-Systemen erfolgt über erprobte Lösungen.
Typische Anwendungen:
- Einlesen von Produktionsaufträgen aus ERP-Systemen
- Automatische dynamische Generierung von Erwärmungs- und Prüfplänen aus Produktionsaufträgen und Stücklisten
- Automatische Generierung von Seriennummern aus Produktionsauftragsdaten
- Rückmeldung von Ergebnissen an ERP-Systeme
- Empfang von Etikettendaten für den Etikettendruck
- Kommunikation mit Spezialsystemen der Automobilindustrie
Unsere Standard-Softwaremodule reduzieren den Aufwand zur Integration der Erwärmungsanlagen in ein IT-System auf ein Minimum.

Rückverfolgbarkeit in der Produktionskette
Die Rückverfolgbarkeit (engl.: „Traceability“) gibt Ihnen die Möglichkeit, auch im Nachhinein eindeutige und lückenlose Informationen über den gesamten Herstellungsprozess zu erhalten. Bei Qualitätsproblemen während der Produktion oder nach der Auslieferung bietet Ihnen die Rückverfolgbarkeit die Möglichkeit, gezielt zu reagieren.
Wir liefern Antworten auf folgende Fragen:
- Welche Endprodukte, Baugruppen und Komponenten sind betroffen?
- Welche Kunden haben die Endprodukte, Baugruppen und Komponenten?
- Welche Baugruppen und Komponenten sind im Endprodukt verbaut?
- Wann, wo und durch wen wurden welche Teile im Herstellungsprozess bearbeitet?
- Wer hat die Baugruppen und Komponenten hergestellt bzw. geliefert?
- Welche Prüfergebnisse liegen für die einzelnen Baugruppen und das Endprodukt vor?
Voraussetzung für die Beantwortung dieser Fragen ist die eindeutige Kennzeichnung jedes Bauteils, jeder Baugruppe und jedes Endprodukts mit einer Nummer oder einem Code. Zusätzliche Informationen wie Kundennummer, Lieferantennummer, Chargennummer usw. können für eine bessere Rückverfolgbarkeit und Suche erforderlich sein.
Die Erwärmungsanlagen sind in der Lage, diese Kennzeichnungen und Zusatzinformationen z. B. über Barcodeeingabe zu erfassen und zusammen mit den Prüfergebnissen, dem Prüfdatum und dem Prüfernamen in der Datenbank des Prüfgerätes oder im Netzwerk zu speichern. Anhand dieser Informationen kann später nachvollzogen werden, wo, wann und von wem Bauteile im Fertigungsprozess bearbeitet oder angeliefert wurden.

Alle Fakten im Überblick
Kundenspezifische Imprägnier- und Prüfsysteme für die Spulenproduktion

- Erwärmung mit Gleichstrom und niederfrequentem Wechselstrom
- Stromdichten bis 200 A/mm²
- fünf verschiedene Verfahren zur Stromwärmeregelung
- Temperaturgeführte Erwärmung
- Temperaturgrafik während des Erwärmens
- Integrierte Vierleiterwiderstandsmessung
- DC-Tränkanlagen
- AC-Tränkanlagen für verschaltete Drehstromwicklungen
- Bis 100 kW
- Bis 1.000 A
- Bis 1.000 V
- Fünf Erwärmungsstrategien
- konstante Spannung
- konstanter Strom
- konstante Temperatur
- Temperaturprofil
- Online Temperatur-Monitoring
- Online Klemmstellen-Monitoring (optional)
- Dynamischer Überstromwächter
- Erdschlussüberwachung (optional)
- Überwachung von integrierten Sensoren/Temperaturfühlern
- Kombinierbar mit den zusätzlichen Prüfungen:
- Stoßspannung
- Teilentladung
- Hochspannung AC / DC
- Drehfeld …
- Integration in eine vorhandene automatische Produktionslinie
- Integration in die Anlage eines Automatisierers
- Kommunikation mit SPS-Steuerung auf Basis aller gängigen Bussysteme
- Kommunikation mit Warenträgern z. B. via RFID
- Kommunikation/Datenaustausch mit ERP- oder MES-Systemen
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