Know-how

Anlegekontrolle bei der Hochspannungsprüfung

So stellen Sie sicher, dass die Prüfspannung zuverlässig am Prüfling anliegt.

Die Anlegekontrolle ist ein zentraler Bestandteil jeder Hochspannungsprüfung – unabhängig davon, ob mit AC‑ oder DC‑Spannung geprüft wird. Sie stellt sicher, dass die angelegte Hochspannung während des Tests tatsächlich am Prüfling anliegt – eine Grundvoraussetzung für normgerechte und reproduzierbare Prüfergebnisse. Je nach Prüfling und Prüfaufbau kommen unterschiedliche Methoden zum Einsatz.

Was ist eine Anlegekontrolle?

Die Anlegekontrolle überwacht, ob die Prüfspannung korrekt, vollständig und dauerhaft auf den Prüfling wirkt. Sie verhindert Fehlmessungen und erhöht die Prüfsicherheit in automatisierten und manuellen Testabläufen.

 

1.contact control minimum current

Die Standardmethode für viele Hochspannungsprüfungen

Bei der Hochspannungsprüfung muss ein definierter Mindeststrom fließen. Der Prüfstrom bewegt sich dabei in einem vorgegebenen Fenster:

  • Mindeststrom → muss überschritten werden
  • Auslösestrom → darf nicht überschritten werden

Fließt kein Mindeststrom, liegt der Prüfling nicht an Hochspannung – die Anlegekontrolle schlägt fehl.

Warum bei vielen Prüflingen immer ein Mindeststrom entsteht?

Viele Prüflinge besitzen eine natürliche Kapazität, die während der HV‑Prüfung permanent einen kleinen Umladestrom erzeugt. Typische Beispiele:

  • electric motors
  • Prüflinge mit Entstörkondensatoren
  • Bauteile mit langen Kabeln oder Zuleitungen

Dieser kapazitive Strom dient als klar messbarer Indikator, dass die Hochspannung anliegt.

 

2. Anlegekontrolle über Mindeststrom + Hochspannungswiderstand

Die Lösung für Prüflinge mit sehr geringer Kapazität

Wenn der Prüfling kaum kapazitiv ist, fließt nur ein sehr kleiner Umladestrom. Dieser kann ggf. als Mindeststrom nicht optimal ausgewertet werden. In diesem Fall wird ein zusätzlicher hochspannungsfester Widerstand eingesetzt. Er sorgt für einen reproduzierbaren Stromfluss, sodass das Prüfgerät über die Mindeststrommethode eindeutig erkennen kann, ob die Spannung anliegt.

Praxisbeispiel: Schraubenprüfung an einer Bohrmaschine

Bei einer Hochspannungsprüfung an allen Gehäuseschrauben:

  1. ein Prüfpunkt am Netzanschluss
  2. Gegenpol des Prüfpunkts an Schraube Nr. 1
  3. Weiterleitung von Schraube zu Schraube
  4. Abschlusswiderstand am Ende der Kette
  5. Mindeststrom fließt nur, wenn jede Schraube kontaktiert ist

Diese Methode eignet sich hervorragend für automatische Prüfabläufe.

Anwendung bei einer DC‑Hochspannungsprüfung

Bei einer Hochspannungsprüfung mit DC tritt bei kapazitiven Prüflingen nur beim Laden ein Strom auf.
Dieser kurze Stromstoß kann ausgewertet werden, ist jedoch nicht für eine dauerhafte Mindeststromkontrolle geeignet.

 

3. contact control four-wire technology

Maximale Präzision durch direkte Istwertspannungsmessung

Die Vierleitertechnik ist die präziseste Form der Anlegekontrolle. Sie verwendet:

  • 2 Leitungen zum Anlegen der Hochspannung an den Prüfling
  • 2 zusätzliche Leitungen zum Abgriff der tatsächlichen am Prüfling anliegenden Hochspannung

Das Prüfgerät misst somit exakt am Prüfling, ob und in welcher Höhe die Hochspannung tatsächlich vorhanden ist.

Vorteile der Vierleitertechnik

  • ideal bei sensiblen Prüfaufbauten
  • perfekte Methode zur Sicherstellung der normgerechten Hochspannungsprüfung

Typische Anwendung

Hochspannungsprüfung zwischen Leiterbahnen:

  • Einspeisung am Anfang
  • Abgriff am Ende
  • Rückführung zum Tester zur Spannungsüberprüfung

 

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